Vertragliche schuldverhältnisse jürgen oechsler

Eine wichtige Weiterentwicklung des Transaktionskostenansatzes war in jüngster Zeit die Theorie unvollständiger Verträge, die auf die Grundarbeit von Grossman und Hart (1986) zurückgeht. Im Gegensatz zur eher verbalen Argumentation des Transaktionskostenansatzes vertieft diese Theorie spezifische Aspekte der Transaktionskostentheorie durch ein formales Modell. Die Unbestimmtheit bei der Definition von Begriffen und die Ableitung der Kernaussagen können erklären, warum der Transaktionskostenansatz in den letzten Jahrzehnten einen festen Platz in der Wirtschaftsforschung gefunden hat: Der entscheidende Vorteil eines solchen Verfahrens ist die große Flexibilität bei der Anwendung. Seit den 1980er Jahren sind zahlreiche empirische Studien und praktische Fallstudien entstanden, die den allgemeinen Rahmen des Transaktionskostenansatzes auf eine Vielzahl von Wirtschaftsphänomenen anwenden. Neben Fragen, die nicht direkt mit dem Unternehmen zu tun hatten, wie die Wirtschaftlichkeit der Familie oder der Ehe, lag der Schwerpunkt der Studien auf Austauschbeziehungen, die direkt mit Geschäftsfragen zusammenhängen: Von der vertikalen und seitlichen Integration über Transferpreise, Unternehmensfinanzierung, Marketing und Arbeitsorganisation bis hin zu unternehmensinterner Zusammenarbeit und Arbeitsbeziehungen. Es ist daher verwunderlich, dass diese Vielzahl von Anwendungen des Transaktionskostenansatzes in der Betriebswirtschaft noch nicht zusammengefasst ist. Mit diesem Buch soll diese Lücke geschlossen werden: Ziel ist es, einen weitgehend umfassenden Überblick über die Anwendung des Transaktionskostenansatzes in der Betriebswirtschaftslehre zu geben. Dazu gehören sowohl empirische als auch theoretische Arbeiten in diesem Bereich. Das Buch gliedert sich wie folgt in drei Teile: Kontrakttheorie wäre langweilig, wenn sowohl der Auftraggeber als auch der Agent identische Informationen über alle relevanten Aspekte in ihrer Beziehung hätten: Die optimale Vertragsgestaltung durch den Auftraggeber in dieser Situation wäre einfach – „Wenn du die Aufgabe so machst, wie ich es tun würde, zahle ich dir eine Belohnung, sonst bekommst du nichts“ – und der Auftraggeber würde den Agenten perfekt kontrollieren und seine Handlungen dazu bringen, das zu sein, was sie tun würde. würde gerne selbst tun. Daher ist Die Vertragstheorie nur dann interessant, wenn der Agent über eine Art private Informationen verfügt.

Diese privaten Informationen können zwei Arten haben und daher zwei unterschiedliche Vertragsprobleme mit sich bringen: In Geschäftstheorien des organisatorischen Wandels werden Wirtschaftsorganisationen oft als präzise kontrollierbare und formbare Einheiten angesehen. Es wird in der Regel davon ausgegangen, dass die organisatorischen Entscheidungsträger in Reorganisationsprozessen klare Ziele setzen, die zur Erreichung der festgelegten Ziele erforderlichen Mittel-Zweck-Beziehungen kennen und über ausreichende Kontrolle über die Entwurfsparameter verfügen. In der gegenwärtigen Forschungsarbeit steht diese Idee einer anderen, evolutionären Perspektive entgegen. Nach dieser Ansicht sind Wirtschaftsorganisationen komplexe Systeme, die in weitaus komplexeren Peripheriesystemen arbeiten. Die Entscheidungsträger, die das Zusammenspiel der Organisation mit der Umwelt maßgeblich mitgestalten, gelten als von begrenzter Rationalität. In einem zweiten Schritt werden die aus den Ergebnissen der ökonomischen Analyse über die Erfolgsbeziehung der Kreditgeberauswahl abgeleiteten Hypothesen einer empirischen Analyse des deutschen Startup-Marktes unterzogen.

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